Durch Bildung raus aus der Armut: Tansaniaprojekt der Viktor-Karell-Realschule

Stolz halten die Schülerinnen und Schüler mit (v. links.) Betreuungslehrer Josef Plank, Klassenleiterin der 5b Andrea Bäumer und Schulleiter Alfred Reithmeier ihre Lesepässe in den Händen.

Im August letzten Jahres hatte Lehrer Josef Plank im Rahmen des Tansaniaprojekts die Gelegenheit, die Partnerschule St. Charles in Katoke sowie weitere Schulen in der Region Bilharamulo persönlich zu besuchen. Bereits bei der Ankunft wurde deutlich, wie sehr sich der Schulalltag dort von dem an deutschen Schulen unterscheidet. Die Klassenzimmer sind schlicht eingerichtet, meist mit einfachen Holzbänken und -tischen, Lehrmaterialien sowie technische Ausstattung sind knapp. Dennoch begegnet man überall einer großen Lernbereitschaft und Wertschätzung gegenüber Bildung. Viele der Schülerinnen und Schüler leben während des Schuljahres auf dem Schulgelände in Schlafsälen, da ihre Heimatdörfer oft weit entfernt liegen. Der Kontakt zu den Familien ist in dieser Zeit eingeschränkt, was den Schulbesuch zusätzlich herausfordernd macht. Umso beeindruckender ist die Motivation der Jugendlichen, die ihre schulische Ausbildung als große Chance begreifen.

Besonders bewegend waren die persönlichen Begegnungen mit jenen Mädchen, deren Schulbesuch direkt durch Spenden der Viktor-Karell-Realschule ermöglicht wird. Vier dieser Schülerinnen konnten persönlich getroffen werden. Ihre Dankbarkeit machte deutlich, wie viel Hoffnung Bildung schenken kann. In Tansania ist der Zugang zu schulischer Bildung für Mädchen keineswegs selbstverständlich. Armut, familiäre Verpflichtungen und traditionelle Rollenbilder führen häufig dazu, dass Mädchen frühzeitig aus dem Schulsystem ausscheiden. Die gezielte Förderung dieser Schülerinnen bedeutet daher nicht nur individuelle Unterstützung, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit.

„Lesen für Tansania“: Soziales Engagement mit großer Wirkung

Umso größer ist deshalb die Bedeutung des langjährigen Spendenprojekts „Lesen für Tansania“, welches an der Viktor-Karell-Realschule bereits fest etabliert ist. In diesem Schuljahr wurde die Aktion bereits zum 18. Mal durchgeführt und erfreute sich erneut großer Beteiligung. Rund 330 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich an der Aktion und lasen insgesamt 65.629 Seiten. Sponsoren, z. B. die Eltern, belohnten ihren Leseeifer mit einer zuvor vereinbarten Seitenspende. Das Ergebnis spricht für sich, denn eine beeindruckende Spendensumme von 3475,22 Euro konnte erzielt werden. Die fleißigsten Leser kamen dieses Jahr aus der 5., 6. und 9. Jahrgangsstufe. Die Klasse 5c mit Klassenleiterin Anna Wollinger spendete 320,40 Euro. Auf dem zweiten Platz folgte die Klasse 5b mit 274,15 Euro. Die Lehrerin der Klasse, Andrea Bäumer, engagiert sich seit über zehn Jahren auch als Vertrauenslehrerin der Schule für soziale Projekte und motiviert Jahr für Jahr ihre Klassen, an „Lesen für Tansania“ teilzunehmen.

Auf die Frage, warum die Jugendlichen an dem Projekt teilnehmen, kam am häufigsten die Antwort, den Kindern helfen zu wollen. Auch wurde dabei nicht zurückgeschreckt, das eigene Taschengeld zu spenden.

Schulleiter Alfred Reithmeier zeigte sich beeindruckt von dem sozialen Engagement seiner Schüler, das gleichzeitig noch der immer wichtiger werdenden Leseförderung dient, und bedankte sich für die rege Teilnahme und die Spendenbereitschaft der Sponsoren.

Die Spendengelder fließen, wie erwähnt, gezielt in die Finanzierung von Schulgeldern für Mädchen aus sehr armen Familien in Tansania. Ohne diese Unterstützung wäre der Schulbesuch für viele von ihnen nicht möglich.

Ergänzend dazu stellte Josef Plank in einer Vortragsreihe in allen Jahrgangsstufen das Partnerschulprojekt und seinen Besuch vor. Um es außerdem einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, referierte die Betreuungslehrkraft der Schulpartnerschaft im Eine-Welt-Laden in Landau.

Die Viktor-Karell-Realschule wird ihre Partnerschaft mit Tansania auch in Zukunft weiterführen und ausbauen. Bildung verbindet eben.

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